Grundschule Süd-West / Eschborn

Schulchronik

Als Mitte bis Ende der 60er Jahre im Südwesten Eschborns ein neuer Stadtteil (hochgeschossige Bebauung) entstanden war, gab es bald Bedarf nach einer weiteren Grundschule. Im Januar 1971 konnten die ersten Klassen in der noch nicht ganz fertiggestellten Grundschule Süd-West mit ihren Lehrerinnen und Lehrern einziehen. Über 40 Kinder in der Klasse waren anfangs keine Seltenheit und noch bis Ende der 70er Jahre lag der Klassendurchschnitt bei über 30 Kindern.

Es entstand eine Bürgerinitiative, die sich besonders um die Kinder kümmern wollte, die nachmittags niemanden hatten, der für sie da war. So wurde die Hausaufgabenhilfe (HAH) ins Leben gerufen, deren Trägerschaft später die Arbeiterwohlfahrt Eschborn übernommen hat. Diese Kooperation gibt es noch heute und findet innerhalb der schulischen Lernzeit (statt Hausaufgaben) und der Mittagszeit seine Fortsetzung und bietet im Anschluss für eine Reihe von Kindern eine sozialpädagogische Betreuung an.

Mit der Einrichtung einer Vorklasse zum Schuljahr 1971/72 gab es die erste organisatorische Veränderung an der Süd-West-Schule. Durch gezielte Förderung sollen die Kinder befähigt werden, ihre Grundschulzeit problemloser zu meistern.

Neben Arbeitsgruppen, die sich mit Veränderung der Unterrichtsorganisation, der Unterrichtsstruktur und der Unterrichtsinhalte befassten, entstand ab Mitte der 1970er Jahre eine enge Kooperation zwischen der Schule und den Kindertagesstätten, aus denen die Schülerinnen und Schüler der Süd-West-Schule kommen. Damit konnte der Übergang vom Kindergarten in die Schule so sanft und so optimal wie möglich gestaltet werden. Eine Arbeitsgruppe bereitet diesen Übergang jedes Jahr vor.

Ab 1980 nahmen eine Sprachheillehrerin und einige Jahre später eine Ergotherapeutin ihre Arbeit an der Süd-West-Schule auf. Vielen Kindern mit Förderbedarf können seither eine sprachheilpädagogische und ergotherapeutische Betreuung in der Schule angeboten werden. Inzwischen wird diese Aufgabe durch die Kooperation mit einer logopädischen und einer ergotherapeutischen Praxis sichergestellt.

Die Herausforderung, die Süd-West-Schule zu einer integrativen Grundschule zu entwickeln, nahm das Kollegium nach langen, sehr intensiven Diskussionen zu Beginn der 1980er Jahre an: Alle Kinder ihres Wohnumfeldes, also Kinder mit und ohne Behinderung, sollten in einer Integrationsklasse mit verminderter Schülerzahl und einer Doppelbesetzung in allen Unterrichtsstunden durch eine Grundschul- und eine Förderschullehrkraft unterrichtet werden.

1986 wurde als erste Klasse im Main-Taunus-Kreis eine Integrationsklasse an der Süd-West-Schule im Schulversuch eröffnet und in jedem Jahr kam eine neue Klasse hinzu. Alle Versuche zeigten, dass moderner Grundschulunterricht bei guter personeller und sachlicher Ausstattung die Chance bietet, Kinder mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung, Kinder in Grenzbereichen und Kinder mit schneller Auffassungsgabe gemeinsam lernen zu lassen.

Inzwischen gehört der inklusive Unterricht fest zum Schulprofil, in allen Klassen findet grundsätzlich das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung statt. Förderschullehrkräfte, die zum Personal der Schule gehören und die gute Kooperation mit den städtischen Betreuungseinrichtungen und der Arbeiterwohlfahrt sind dabei deutlich inklusionsförderliche Aspekte.

Obwohl es ein sehr gutes Hortangebot der Stadt Eschborn für die Kinder der Süd-West-Schule gibt, wurde es 1990 notwendig, eine weitere außerschulische Betreuung zu organisieren. Diese Lücke schloss das Betreuungsangebot des Schulträgers mit eigenem Raum in der Schule. Inzwischen hat sich diese Betreuung als städtisches Schulkinderhaus mit eigenem Gebäude in direkter Nachbarschaft der Schule etabliert. Damit haben mehr als zwei Drittel aller Schülerinnen und Schüler der Süd-West-Schule in außerschulischen Betreuungseinrichtungen Aufnahme gefunden.

Im Laufe des Schuljahres 2018/ 19 werden diese Betreuungsangebote im Rahmen der Ganztagsschule in Kooperation von Schule, Stadt und Arbeiterwohlfahrt ihre Fortsetzung finden mit dem Ziel, allen Kindern der Schule ein täglich verlässliches Betreuungsangebot von mindestens sechs bis zu zehn Zeitstunden anzubieten.

Im Schuljahr 2003/ 2004 wurde eine Stelle für die interkulturelle Schulsozialarbeit an der Süd-West-Schule eingerichtet und ist seither besetzt.

Seit dem Schuljahr 2003/ 2004 nimmt die Schule am Landesprojekt zur Hochbegabtenförderung teil.

Ab dem Schuljahr 2013/ 14 ist die Schule in das Programm des Hessischen Kultusministeriums als ganztägig arbeitende Schule aufgenommen und entwickelt kontinuierlich das Konzept zu einer gebundenen inklusiv arbeitenden Ganztagsschule weiter. Auch hierbei ist die Kooperation zwischen Schule, städtischen Betreuungseinrichtungen und Arbeiterwohlfahrt Grundlage und Programm. Dazu bekommt die Schule einen Erweiterungsbau, der im Herbst 2018 fertiggestellt sein soll.

Seit Sommer 2014 nimmt die Grundschule Süd-West an dem Schulentwicklungsprojekt „Musikalische Grundschule“ des Hessischen Kultusministeriums teil. Die Zertifizierung erfolgte 2017.

Seit dem Schuljahr 2017/18 nimmt die Grundschule Süd-West an dem Schulentwicklungsprogramm „Theater für ALLE!“ des Hessischen Kultusministeriums teil.